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32382Dr. Lutz D. Schmadel (1942 - 2016)

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  • Carolin Liefke
    Oct 26, 2016
      Dear all,

      I just learned that Lutz Schmadel, author of the Dictionary of Minor Planet
      Names, died last Friday.

      I attach the German obituary by Prof. Dr. Joachim Wambsganss, director of the
      Astronomisches Rechen-Institut (ARI) in Heidelberg, where Schmadel worked.

      Carolin

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      Dr. Carolin Liefke
      Haus der Astronomie
      MPIA-Campus
      Königstuhl 17
      D-69117 Heidelberg
      http://www.hausderastronomie.de

      phone: +49 (0)6221 528 226
      email: liefke@...
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      Liebe Kolleginnen und Kollegen,

      es ist meine traurige Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass unser ehemaliger
      Kollege Dr. Lutz D. Schmadel am vergangenen Freitag verstorben ist.

      Lutz Schmadel wurde 1942 in Berlin geboren, er machte sein Abitur im Jahre
      1962 an der Carl-Friedrich-von-Siemens-Schule (Neusprachl. und
      Mathematisch-Naturwiss. Gymnasium) in Berlin-Spandau. Von 1962 bis 1969
      studierte er Mathematik, Physik und Astronomie an der Freien Universität
      Berlin. Sein Diplom in Mathematik machte er 1969 bei Prof. Grotemeyer mit
      einer Arbeit zum Thema: „Zur Oberflächenform polytroper Flüssigkeitskugeln in
      engen Doppelsternsystemen nach der Clairaut-Kopal’schen Theorie“.

      Von August 1969 bis April 1971 war Lutz Schmadel als Diplom-Mathematiker bei
      der Firma Carl Zeiss in Oberkochen angestellt. Ab Mai 1971 war er
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA)
      hier in Heidelberg und studierte Astronomie an der Universität Heidelberg.
      Seine Promotion schloss er am 30. Oktober 1974 an der Fakultät für Physik und
      Astronomie mit „magna cum laude“ ab, sein Doktorvater war Prof. Elsässer.
      Seine Dissertation trug den Titel: „Untersuchungen zur
      Prozeßrechner-Steuerung der 2.2-m-Teleskope des Max-Planck-Instituts für
      Astronomie“.

      Bis zum Ende des Jahres 1974 arbeitete Dr. Lutz Schmadel weiterhin am MPIA. Im
      Januar 1975 wechselte er ans Astronomische Rechen-Institut (ARI), wo er
      zunächst als Wissenschaftlicher Angestellter tätig war, im März 1976 wurde er
      zum Beamten ernannt. Im November 1978 wurde er zum Oberastronomierat
      befördert, im Juli 1989 zum Astronomiedirektor. Ende Juli 2007 wurde Dr.
      Schmadel pensioniert. Auch im offiziellen Ruhestand arbeitete er weiter, noch
      bis vor wenigen Monaten war er aktiv und kam auch noch häufig ans ARI.

      Seit 1975 war Dr. Lutz Schmadel Leiter der Gruppe Bibliographie am ARI, die
      über viele Jahrzehnte (bis zur Einstellung im Jahre 2000) zweimal jährlich
      als Service für die weltweite astronomische Community die „Astronomy and
      Astrophysics Abstracts“ herausgab, die Zusammenstellung sämtlicher neu
      erschienener astronomischer Artikel.

      Dr. Schmadels hauptsächliches wissenschaftliches Arbeitsgebiet war die
      Untersuchung der Bahneigenschaften von Kleinplaneten/Asteroiden und die Suche
      nach neuen Asteroiden. Zwischen 1960 und 1993 entdeckte er 245 Asteroiden,
      damit gehört er zu den größten Entdeckern solcher Kleinplaneten. Als
      Entdecker hatte er das Recht, einen Namen für den jeweiligen Asteroiden
      vorzuschlagen, so beglückte er viele Menschen innerhalb und außerhalb des ARI
      mit einem nach ihnen benannten Kleinplaneten. Der Asteroid „(2234)
      Schmadel“, entdeckt 1977 von Hans-Emil Schuster, wurde nach ihm benannt.

      Dr. Lutz Schmadel ist der Autor des erstmals 1992 erschienenen
      englischsprachigen Buches „Dictionary of Minor Planet Names“, das
      Informationen über die Entdeckung und Namensgebung von weit über zehntausend
      Kleinplaneten enthält. Immer wieder gab er neue erweiterte Auflagen heraus,
      noch im Jahre 2015 erschien das „Addendum to the 6th Edition: 2012–2014“ beim
      Springer Verlag.

      Vor einigen Monaten erkrankte Dr. Lutz Schmadel schwer. Die schwierige
      Behandlung schien zu wirken, in den Sommermonaten ging es ihm etwas besser.
      Aber die Krankheit kam zurück: In den letzten zwei Wochen verschlechterte
      sich sein Gesundheitszustand rapide, und am vergangenen Freitag ist Dr. Lutz
      Schmadel entschlafen.

      Dr. Lutz Schmadels berufliche Tätigkeit war von hohem Wert für die Astronomie,
      das Astronomische Rechen-Institut und das Zentrum für Astronomie der
      Universität Heidelberg. Dr. Lutz Schmadel war in Fachkreisen weltweit hoch
      angesehen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl
      gilt seiner Frau.

      Die Beerdigung findet am Freitag, den 28. Oktober 2016, um 15:00 Uhr auf dem
      Bergfriedhof in Baiertal statt.

      Joachim Wambsganß